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"Alle mal herzhaft lachen!"
GEA REUTLINGEN

Presse

Reutlinger General-Anzeiger, 27.11.2018

Käthe und ihr Dicker

Alle mal herzhaft lachen: Frau Kächele lästerte solo im Auftrag der Rübgartener Kondi-Frauen

PLIEZHAUSEN-RÜBGARTEN. Kein Witz: Michael Willkommen, als Karl-Eugen die dickere Hälfte der »Kächeles«, war im Sommer von einer Zecke gebissen worden und trug eine langwierige Meningitis davon. So musste seine Käthe am Samstagabend in der Rübgartener Mehrzweckhalle ganz solo ablästern mit ihrem Programm »Mensch Männer!«. Was ja wiederum eigentlich auch eine ganz gute Gelegenheit war für Ute Landenberger und ihr Publikum.

Denn das war zu nicht unerheblichen Teilen weiblich. Schließlich waren die Kondi-Frauen die Veranstalter, ein gutes Dutzend sportlicher SSV-Mitglieder, die seit 20 Jahren auch etwas Kultur nach Rübgarten bringen wollen. Pliezhausens Bürgermeister Christof Dold würdigte das Engagement der Frauengruppe um Beate Saile-Sulz und übergab lachsfarbene Rosen »für die Damen der Kultur auf dem Dorf«.

Beate Saile-Sulz ihrerseits übergab dann das Wort noch ein letztes Mal einem Mann: Edwin, dem realen – und übrigens gutaussehend sportlich-schlanken – Ehemann von Komikerin Ute Landenberger, der nach dem Ausfall von Karl-Eugen nicht nur aus Käthes Passagen der bisherigen Kächeles-Programme das Solo für seine Frau zusammengestellt hat, sondern sich auch um den Benefiz-Anteil der Auftritte kümmert. Denn seit Langem unterstützt das seit 15 Jahren erfolgreiche schwäbische Comedy-Duo das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach bei Memmingen.

Die todbringende Männergrippe

Doch dann legte Ute Landenbergers Käthe los, hemmungslos auch im Vermischen von deftig krasser Komik und leidig-kranker Wirklichkeit: »Mei Digger isch drhoim – Zeggabiss.« Sie müsse das jetzt ertragen. Die Beschreibungen der Wehleidigkeit von kränkelnden schwäbischen Männern hatte allerdings auch gleich etwas so absolut Allgemeingültiges, dass viele der Zuschauerinnen und Männer sich und die Ihren ohne Schwierigkeiten wiedererkannten – mit lautem, befreitem Lachen. »So laut« seien sie krank, nicht nur wegen Schnarchens, lästerte Kächeles Käthe. Wie ein und dasselbe Virus gleichzeitig einen harmlosen Frauenschnupfen und eine todbringende Männergrippe hervorrufen könne, frage sie sich immer rein wissenschaftlich. »Dein Husten ist schon viel besser«, habe sie ihren Dicken zu trösten versucht. »Ich üb' ja auch Tag und Nacht«, war die Antwort. Aber auch nüchterne Rückblicke auf die holden Anfänge von 30 Kächele-Ehejahren leistet sie sich mit der schon damals schwer erträglichen Männer-Unfähigkeit zu romantischer Liebe. Sie habe Schmetterlinge im Bauch, habe sie ihn verliebt angesäuselt. Worauf er fragen musste, was sie denn Falsches gegessen habe ...

Und apropos Essen: Vor allem auch durch seine maßlose Fresserei blamiere ihr Digger sie selbst dann manchmal, wenn er nicht dabei sei. Bei ihrem Einkauf an der Fleischtheke habe man ihre Bestellung mit dem Hinweis auf »handelsübliche Mengen« nicht annehmen wollen. Die Küche meide der Mann. Aber die vielen Grillfeste den langen Sommer über habe er als alleiniges Hoheitsgebiet beansprucht – um dann doch fast alles an Besorgungen und Vorbereitungen seinem Weibe zu überlassen, unfähig zu jeglicher praktischen Organisation.

Das kam zwar alles in derbem Schwäbisch. Der Spott galt aber auch dem Mann an sich und dem deutschen Mann im Besonderen, etwa als Erbauer des Berliner Flughafens. Da hätten doch Erdogans Türken mit ihrem Istanbuler Airport oder die langsamen Schweizer mit dem früher und kostengünstiger fertiggestellten Gotthard-Tunnel gezeigt, was eine Harke ist. Schneller als die Frauen seien die Männer sowieso nur beim Wettlauf der Spermien – und dann nie wieder, außer beim Sex.

Das ungebügelte Kleid der Liebe

Ganz nackig habe sie sich mal vor ihrem Karl-Eugen gemacht, um ihn als ihren Geburtstagswunsch im »natürlichen Kleid der Liebe« zu verführen. Das hätte sie ja dann auch bügeln können, habe der gebruddelt. Käthes Revanche für solche Schmach war dann vielfach. Porsche, Motorrad oder Sport sei die Devise für Männer in der Midlifekrise. Als sie aber ihren Bänker auf dem E-Bike in Radlerhosen gesehen habe, sei der Entschluss gefasst worden, ihm kein Geld mehr anzuvertrauen. Zum Beweis, dass Männer schneller altern, empfahl sie den »Arschtest«: Vorbeugen und aufrichten – wenn das Fuffzgerle in der Backenfalte stecken bleibe, sei es vorbei.


In der Pause hatten die Kondi-Frauen Quiche und Kürbiscremesuppe, Käse, Wurst und Brot vorbereitet. Und dann durfte Käthe Kächele unter stetig wachsendem Gelächter weiterlästern über die Männer.

"Wenn Käthe Kächele die Bühne betritt, ist man rasch an eine Mischung aus Gisela Schlüter und Theresa May erinnert. Einziger Unterschied: Käthe Kächele ist noch aktiv, und das auf ihre ganz eigene komische Weise"
SCHWÄBISCHE ZEITUNG

Schwarzwälder Bote, 17.10.18

Männer werden im Alter träge und senil, Frauen klug und geschmeidig

In der Figur der "Käthe Kächele" schoss sie einige "Giftpfeile" an die Männerwelt, vor allem an ihren Karl-Eugen, und nahm auch die Bankexperten gehörig aufs Korn. So habe sie vor Jahren Geld angelegt, die Million fehle aber immer noch. Dabei habe sie die Tipps der Bank befolgt und in Schuhe und Kleidung investiert. Um sich ein teures Kleid leisten zu können, habe sie dieses zur Hälfte in bar und zur Hälfte mit einem Scheck bezahlt. Da sei das Kleid nur noch halb so teuer gewesen.

Ihr Karl-Eugen rege sie manchmal auf. Am liebsten sei es ihr, wenn dies gleich frühmorgens geschehe. Dann habe sie den Rest des Tages Ruhe.

Mit ihrer offenen Art trete sie ab und zu ins Fettnäpfchen. Bei einem Girls-Abend habe sie einem Charmeur die Leviten gelesen, weil der sie anbaggern wollte. Als sie ihn habe mal zu Wort kommen lassen, habe er sich als neuer Chef ihres Mannes vorgestellt. Nicht viel hält "Käthe Kächele" von so genannten Öko-Muttis, die ihre Kinder antiautoritär erziehen. Wenn immer der Klügere nachgebe, werde die Welt nur noch von Dummen regiert.

Karl-Eugen sei kürzlich drei Tage auf einer Fortbildung gewesen und sie habe sich gefragt, ob das ausreiche. Bei der Rückkehr habe sie ihn freudig begrüßt. Er aber habe sie links liegengelassen, sei zum Kühlschrank gegangen und habe sich über den fehlenden Schwartenmagen beschwert – da verstand Käthe die Welt nicht mehr.

Männer würden im Alter träge und senil, Frauen dagegen klug und geschmeidig. Nichts törne eine Frau weniger an als ein nackter Mann in Socken. Und wenn sie nackt vor Karl-Eugen stehe, komme die Frage: "Sag ja nicht, du hast nichts anzuziehen?".

Dagegen adelt die Kabarettistin die Schwaben als Erfinder und Tüftler. Deswegen bräuchten sie auch kein Hochdeutsch können. Wenn die Leute aus anderen Bundesländern schwäbisch lernten, sei die Verständigung kein Problem mehr.

"Käthe" schwärmt für italienische Männer, die selbst mit Glatze gut aussehen und fein riechen. Hip-Hoppern, die den Hosenzwickel an den Knien haben und sich als Türsteher beim Museum outen, geigt sie gehörig die Meinung.

Mit dem Kauf eines gelben Dessous, das zu den Vorhängen im Schlafzimmer passe, wollte sie Karl-Eugen im Bett überraschen. Das sei jedoch kräftig danebengegangen. Ihr Mann habe entsetzt geschrien: "Käthe, hab ich vergessen, die gelben Säcke rauszustellen?".

Mit viel Beifall wurde Ute Landenberger für ihr Soloprogramm "Mänsch Männer" vom Publikum verabschiedet und gab noch eine kleine Zugabe.

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